Infos zu Landesgartenschauen in Baden-Württemberg

Freizeit und Information

Gartenschauen sind für den Besucher unterhaltsam und informativ. Sie bieten ihm einen Überblick über das Schaffen der verschiedenen an Gartengestaltungen beteiligten Berufsgruppen. Gärtner, Landschafts- und Wasserbauer, Pflanzenzüchter, Steinmetze, Ökologen, Landschafts- und Gartenarchitekten, sind hier nur einige exemplarische Nennungen.

Was gibt es Neues? Wie geht man mit einer bestimmten gärtnerischen Situation um? Welche Frühjahrsblüher sind zur Zeit „en vogue“?

Aber Landesgartenschauen sind noch mehr.

Mutter mit Kind an einem Brunnen   Bild des Weißtannenturms
Landesgartenschau 2002
Ost-Fildern
 
Landesgartenschau 2004 Kehl,
Weißtannenturm

Geschichte der Gartenschauen

Bereits 1870 fand in Stuttgart eine erste Gartenbauausstellung statt. Ihr folgten ebenfalls in Stuttgart die Reichsgartenschau (1939), die Deutsche Gartenschau (1950) und schließlich im Jahr 1961 die erste Bundesgartenschau in Baden-Württemberg. In den nächsten 17 Jahren wurden noch weitere drei Bundesgartenschauen in den Städten Karlsruhe (1967), Mannheim (1975) und erneut Stuttgart (1977) im Südwesten ausgetragen.

Seit dem Krieg wurde deutlich, dass Gartenschauen ein wirksames Instrument der Stadtentwicklung sind. Sie unterstützten die Beseitigung der Kriegsschäden, halfen bei der Verbesserung der Infrastruktur und waren ein nicht zu unterschätzendes Mittel bei der Image-Bildung.

Es zeigte sich aber auch, dass nur große Städte, Veranstaltungen nationaler oder gar internationaler (IGA Stuttgart 1993) Tragweite schultern können. Um die positiven Effekte auch für Mittel- und Kleinstädte nutzen zu können, „erfand“ man im Ländle die Landesgartenschau. Zum ersten Mal öffnete diese 1980 ihre Tore in Ulm.

In den folgenden zwanzig Jahren fanden 17 weitere Landesgartenschauen statt.

Die „kleinen Gartenschauen“: Grünprojekte

Seit 2001 werden im Rahmen des Landesprogramms „Natur in Stadt und Land“ Grünprojekte und Landesgartenschauen im jährlichen Wechsel veranstaltet. Grünprojekte oder „kleine Gartenschauen“ sollen solchen Städten und Gemeinden die Vorteile einer Landesgartenschau ermöglichen, für die die räumlichen oder finanziellen Rahmenbedingungen einer klassischen Landesgartenschau nicht geeignet sind. Auch sind sie stärker auf die Gestaltung von Landschaftsräumen und die Aufarbeitung begrenzter Schwerpunktthemen ausgerichtet.

Kunstwerk am Fluss
Grünprojekt 2003 Tuttlingen

Organisation

Träger der Grünprojekte und Landesgartenschauen sind das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum (MLR) und die jeweilige veranstaltende Stadt / Gemeinde.

Veranstalter sind die jeweilige Stadt / Gemeinde und die Fördergesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH (FGS).

In der FGS sind die Landesgruppen der Gartenbauverbände vertreten.

Stadt und FGS gründen ca. fünf bis sechs Jahre vor der Eröffnung eine „Landesgartenschau Management GmbH“ welche für den Bau der dauerhaften Grünanlagen und die Veranstaltung der eigentlichen Schau verantwortlich ist. Im Aufsichtsrat dieser Gesellschaft sind Stadt, FGS und MLR vertreten.

Die Zukunft einbeziehen

So wichtig die eigentliche Gartenschau, als Landesgartenschau oder Grünprojekt ist, so ist der nachhaltige und dauernde Gewinn für die veranstaltende Kommune in den neu entstandenen Grünanlagen zu sehen.

Sie bestehen über das Veranstaltungsjahr hinaus und sollen so konzipiert sein, dass sie eine echte Strukturverbesserung darstellen. Sie dienen den Bürgern als Naherholungsbereiche, schaffen neue Stadtkulissen, erschließen neue Wohngebiete mit attraktiven Freiräumen und stellen nicht selten eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität in einer Stadt dar.

Hängebrücke über einem Fluss
Landesgartenschau 2004 Kehl, Rheinbrücke
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